24. November 2017

Präventivmedizin

Albumin im Urin als Screening für kardiovaskuläres Erkrankungsrisiko

Wissenschaftler aus den Niederlanden haben anhand einer Langzeitstudie an 1118 Frauen herausgefunden, daß Albumin im Urin als eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung einer kardiovaskulären Erkrankung zu betrachten ist. Das Albumin ist als Folge einer Schädigung der Endothelzellen der Nierengefäße im Urin nachweisbar. Bei den Frauen mit den höchsten Albuminwerten im Urin trat in 4,4 facher Häufigkeit eine kardiovaskuläre Erkrankung auf, im Vergleich zu der Gruppe ohne Albuminnachweis im Urin. Schon geringe Mengen von Albumin im Urin können als Hinweis auf eine Schädigung betrachtet werden und somit als Marker eines sehr frühen Stadiums. Da in dieser Studie nur postmenopausale Frauen untersucht wurden, bleibt zunächst unklar, ob ein solcher Albumin-Screening-Test auch auf andere Populationen (Männer, prämenopausale Frauen) anwendbar ist.

Original: Excessive Urinary Albumine Levels Are Associated With Future Cardiovascular Mortality in Postmenopausal Women

(ROEST M, BANGA JD, JANSSEN WM, GROBBEE DE, SIXMA JJ, de JONG PE, de ZEEUW D, van DER SCHOUW YD) Quelle: Circulation 2001; 103 (25): 3057-61.

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"Alterszucker" verhinderbar

Ein Kollektiv von 522 adipösen Probanden (Durchschnittsalter 55 Jahre), die aufgrund eines zuvor erfolgten Glukose-Toleranz-Tests als Diabetes-gefährdet eingestuft wurden, wurde in 2 Gruppen aufgeteilt: Die eine Hälfte erhielt ein intensives Schulungsprogramm (gesunder Lebensstil durch Abnehmen, fettarmere Ernährung, mehr Ballaststoffe und mehr Bewegung), die andere wurde nur weiterhin kontrolliert. Nach drei Jahren zeigten sich beeindruckende Unterschiede zwischen den Gruppen: Die geschulte Gruppe entwickelte im Vergleich zur Kontrollgruppe 58% weniger Diabetes-Erkrankungen !

TUOMILETHO J, LINDSTROM J, ERIKSSON JG, VALLE TT, HAMALAINEN H et al. (Originaltitel: Prevention of Type 2 Diabetes Mellitus by Changes in Lifestyle among Subjects with Impaired Glucose Tolerance)

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Empfehlungen der deutschen Atemwegsliga zum Sport und körperlichem Training

Positive Effekte körperlichen Trainings bei Patienten mit COPD sind belegt. Als besonders geeignete Sportarten werden Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen Schwimmen, aber auch Wandern und Tanzen gennant. Die Auswahl der Sportprogramme richtet sich nach den Autoren vor allem nach dem Schweregrad und Qualität der Erkrankung. So profitieren beispielsweise Patienten mit einer mittelschweren COPD (FEV 40-60% des Sollwertes) eher von einem Intervall-Training. Körperliches Training kann zu einer Höheren körperlichen Belastbarkeit von Patienten mit COPD führen. Daraus resultieren eine gesteigerte Lebensqualität und eine verbesserte Bewältigung alltäglicher Anforderungen. Zur Aufrechterhaltung der positiven Trainingsaspekte ist mindestens einmaliges Training pro Woche notwendig. Dieses Training sollte je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung im Rahmen stationärer oder ambulanter Rehabilitationsprogramme, oder bei milden Ausprägungsgraden in ortlichen Sportvereinen stattfinden. Regelmässige pulmonologische Untersuchungen sind selbstverständlich und können eventuell sogar in die Trainingseinheiten miteinbezogen werden.

PNEUMOLOGIE 2000, 54(2): 61-67

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Inhalative Beta-2-Mimetika bei Nicht-Asthmatikern uneffektiv

Beta-2-Agonisten (wie z.B. Salbutamol) werden nicht nur zur Prävention des belastungsinduzierten Asthmas bei Asthmatikern eingesetzt, sondern häufig von Gesunden angewendet. Diese nicht legitime Anwendung beruht auf dem Glauben, über eine Erweiterung der Bronchien eine Leistungsverbesserung zu erzielen. Dass es sich dabei um einen Irrglauben handelt, zeigte eine Studie an 12 gesunden Probanden, die vor einer fahrradergometrischen Belastung (bei 85% der VO2 max) entweder ein Placebo oder Salbutamol inhalierten. Das Ergebnis: Weder die Ausdauerleistungsfähigkeit, noch die Bronchodilatation nach Belastung war signifikant unterschiedlich bei den Behandlungsformen. Gleiches galt für die metabolischen Parameter (z. B. Laktat, frei Fettsären, Glycerol).

GOUBALT C, PERAULT MC, LELEU E, BOUQUET S, LEGROS P, VANDEL B, DENJEAN A Original: Effects of inhaled salbutamol in exercising non-asthmatic athletes. Thorax 2001; 56: 675-679.

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Bewegung für den Geist

In einer großen amerikanischen Studie wurde wieder einmal bestätigt, daß ein gesunder Geist eher in einem gesunden Körper steckt. 5925 Frauen im Alter über 65 Jahre, die zu Beginn der Studie nicht dement waren, wurden über einen Zeitraum von 6 bis 8 Jahren untersucht. Messinstrument war ein Test, in dem die kognitiven Fähigkeiten gemessen wurden. Weiterhin notierten die Probandinnen ihre wöchentliche Bewegung (Spaziergänge, Treppen steigen, Gartenarbeit, Sport,Tanz etc.). Weitere Faktoren (Rauchen, Östrogeneinnahme, Bildungsstand, Komorbidität und funktionelle Störungen) wurden bei der Auswertung beachtet. Das Ergebnis: Die Frauen mit der meisten Bewegung zeigten ein um 26% geringeres Risiko, eine Demenz zu entwickeln, als die Frauen mit der geringsten Bewegung.
Begründet liegen könne dieses in dem durch Bewegung erhöhten zerebralen Blutfluß bzw. in dem geringeren Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen.

Original: A Prospective Study of Physical Activity and Cognitive Decline in Elderly Woman: Woman Who Walk.

YAFFE K, BARNES D, NEVIT M, LUI LY, COVINSKY K. (Quelle: Arch Intern Med 2001; 161: 1703-1708)

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Die kardiovaskulären Risikofaktoren, Adipositas und Bewegungsmangel

Dass Bewegungsmangel und Adipositas Risikofaktoren hinsichtlich der Entstehung kardiovaskuärer Erkrankungen darstellen ist lange akzeptiert. Neue Studien konnten zeigen, dass bereits moderates Übergewicht mit einer erhöhten Morbidität aber auch Mortalität einhergeht. Besonders der abdominellen Adipositas wird eine enge Beziehung zur peripheren Insulinresistenz und der Entstehung kardiovaskuärer Erkrankungen zugewiesen. In den Fokus des Interesses sind in diesem Zusammenhang besonders Leptin und der TNF-a gerückt. Diese beiden Faktoren sind entscheidend für die Körpergewichtsregulation bzw. für die Ausprägung metabolischer Risikofaktoren. Weitere Forschungen in diese Richtung werden entscheidend für die Prävention und Rehabilitation kardiovaskulärer Erkrankungen sein.

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (2000) 51(4):123-129

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Bluthochdruck ernster nehmen !!

Screening und Therapie-Richtlinien bezüglich Bluthochdruck werden bereits seit längerem bei älteren Patienten und Patienten im mittleren Alter befolgt, doch gibt es bisher wenig Aufklärung bezüglich Bluthochdruck bei jungen Menschen. In einer großangelegten Studie wurde in den Jahren 1967-1973 in den USA bei über 10 000 jungen Männern, die weder an KHK noch an Diabetes erkrankt waren und keine Antihypertensiva einnahmen, der Blutdruck bestimmt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden nun vorgestellt: Es zeigte sich, dass bereits grenzwertig hoher Blutdruck und leicht erhöhter Blutdruck in jungem Lebensalter mit einer signifikant erhöhten Zahl von späteren kardiovaskulären Erkrankungen einhergeht und eine verringerte Lebenserwartung zur Folge hat. Demnach sollte der Prävention, frühzeitigen Erkennung und Kontrolle des Bluthochdrucks in der Praxis größere Bedeutung beigemessen werden. Original: Relationship of Blood Pressure to 25-Year Mortality Due to Coronary Heart Disease, Cardiovascular Diseases, and All Causes in Young Adult Men: The Chicago Heart Assocciation Detection Project in Industrie

(MIURA K, DAVIGLUS ML, DYER AR, LIU K, GARSIDE GB, STAMLER J, GREENLAND P) (Quelle: Arch Intern Med 2001; 161 (12):150-1508.)

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Sport reduziert Brustkrebs-Risiko

Auch wenn es bisher keine pathophysiologische Erklärung gibt, wurde bereits in diversen Studien auf einen Zusammenhang zwischen Lebensstil und Brustkrebsrisiko hingewiesen. In dieser im September 2001 erschienenen Studie wurden die Daten von 62 000 Frauen im Alter von 55-69 Jahren ausgewertet.
Die Daten wurden über einen Zeitraum von 7 Jahren erhoben. Mehr als 1000 Frauen erkrankten in diesem Zeitraum an Brustkrebs. Diejenigen, die sich täglich sportlich betätigten, hatten ein um 19 % geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Die Autorin Dirx betont erneut die Bedeutung einer regelmäßigen sportlichen Betätigung für postmenopausale Frauen, zumal sich damit ebenfals das Risiko für die Entstehung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung reduziert.

DIRX M Quelle: Cancer 2001

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Diabetes Typ II: Übergewicht und Bewegungsmangel vemeiden !!

Die Lebensgewohnheiten sind in erster Linie verantwortlich für das Entstehen eines Diabetes Typ 2 - das zeigte sich erneut an einer in den USA durchgeführten Studie. Es wurden über eine Zeitraum von 16 Jahren die Lebensgewohnheiten von 85 000 Krankenschwestern untersucht. 3300 der Frauen waren an einem Diabetes Typ II erkrankt. Nach Auswertung der Daten zeigte sich, dass der Faktor Übergewicht die Entstehung eines Diabetes Typ II am stärksten beeinflusste. Ein weiterer wichtiger Faktor stellte die Bewegung dar: Frauen, die sich 7 Stunden in der Woche sportlich betätigten
erkrankten deutlich seltener als diejenigen, die sich weniger als eine halbe Stunde bewegten.

HU FB, MANSON JE, STAMPFER MJ, COLDITZ G, LIU S, SOLOMON CG, WILLETT WC "Diet, lifestyle, and the risk of type 2 diabetes mellitus in women" Quelle: N Engl J Med 2001; 345: 790-7.

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Cholesterin: Zu geringe Werte schädlich ?

Erhöhtes Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor für die Entwicklung einer KHK und sollten aus diesem Grund gesenkt werden - kann diese therapeutische Leitlinie weiter so beibehalten werden ? In einer über 20 Jahre laufenden Langzeitstudie (Teil des Honolulu Heart Program) wurde bei mehr als 3500 Männer japanischer/amerikanischer Herkunft regelmäßig der Serum - Cholesterin bzw. Serum - Lipidspiegel kontrolliert und mit der Mortaliät verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass nicht diejenigen mit den den niedrigsten Cholesterinspiegeln ( 2,09 - 4,32 mmol/l) die geringste Mortalität aufwiesen, sondern- ganz im Gegenteil - die höchste Mortalität. Die niedrigste Mortalität zeigte sich bei der Gruppe mit dem dritthöchsten Cholesterinspiegel (4,87 - 5,43 mmol/l).

SCHATZ IJ, MASAKI K, YANO K, CHEN R, RODRIGUEZ BL, CURB JD

"Cholesterol and all - cause mortality in elderly people in the Honolulu Heart Program: A Cohort Study" (Lancet 2001; 358: 351-355)

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Immer mehr Diabetes Typ II bei Kindern

Diabetes Typ II galt bis vor kurzem der noch als eine typische Erkrankung des älteren Menschen. Alarmierende Zahlen aus den USA zeigen, dass in den letzten Jahren immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken: So stieg die Inzidenz der Neuerkrankungen bei Kindern in den USA von 0,7 pro 100 000 im Jahr 1982 auf 7,2 pro 100 000 im Jahr 1994. Auch wenn es in Europa diesbezüglich noch keine aktuellen Daten gibt, ist zu befürchten, dass sich dieser Trend auch bei uns abzeichnet.

(Diabetes und Stoffwechsel 2001; 10: 165)

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Helicobacter-assoziierter Eisenmangel bei Sportlerinnen

Blutproben von 440 regulären High School Schülerinnen wurden mit den Proben von 220 Schülerinnen aus Sportschulen bezüglich der folgenden Parameter verglichen: Hämoglobin, Serum-Eisen, Ferritin, totale Eisenbindungskapazität und IgG -Antikörper gegen H. Pylori. Zusätzlich wurden Ernährungsgewohnheiten und der sozioökonomische Status verglichen, um weitere Risikofaktoren auszuschließen.
Es zeigte sich, dass eine Helicobacter - Nachweis bei den Sportschülerinnen häufiger mit einer Eisenmangelanämie verbunden war, als bei den normalen Schülerinnen. Bei den betroffenen Sportlerinnnen wurde daraufhin eine Eradikation durchgeführt und es kam dadurch zu einem signifikanten Anstieg von Hämoglobin, Eisen und Ferritin.

CHOE YH, Kwon YS, JUNG MK, KANG SK, HWANG TS, HONG YC

"Helicobacter pylori - associated iron - defiency anemia in adolescent female athletes" (J Pediatr 2001; 139: 100-104)

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Schon leichtes Spaziergehen ist KHK-Prophylaxe

US-Studie an 39 372 gesunden Frauen ab dem 45. Lebensjahr: Über einen Zeitraum von 5 Jahren wurde bei diesen Frauen die körperliche Aktivität-inklusive leichter Alltagsaktivitäten wie Spaziergang und Treppen steigen-dokumentiert. Nach 5 Jahren erkrankten 244 der Frauen an einer KHK. Dabei zeigte sich, dass 60 Minuten leichter Spaziergang in der Woche ausreichen, um das Risiko einer KHK zu verringern. Selbst Frauen mit bereits zu Beginn der Studie vorliegenden Risikofaktoren (Adipositas, Nikotinabusus, erhöhte Cholesterinwerte) konnten durch tägliches halbstündliches Spazieren gehen das Risiko verringern.

LEE IM, REXRODE KM, COOK NR, MANSON JE, BURING JE (Original: Physical activity and coronary heart disease in women: is "no pain, no gain" passé ?) (Aus JAMA, 2001; 285 (11):1447-54.

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Zusammenhang zwischen chronischen Infektionen und Arteriosklerose ?

Zwei im Februar diesen Jahres erschienene Artikel verweisen auf einen solchen Zusammenhang: Kiechl et al. zeigten anhand eines Kollektivs von 826 Männern und Frauen, dass nach 5 Jahren gehäuft Arteriosklerose auftrat, wenn zu Beginn der Studie eine chronische Infektion (z. B im Urogenitaltrakt, Respirationstrakt und Dentalbereich) vorlag. In einer amerikanischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Antikörpern gegen das menschliche Hitze-Schock-Protein 60 und dem Auftreten von Arteriosklerose aufgewiesen.

Original: Chronic infections and the risk of carotid results from a large population study

KIECHL S, EGGER G, MAYR M, WIEDERMANN CJ, BONORA E, OBERHOLLENZER F, MUGGEO M, XU Q, WIEK G, POEWE W, WILLEIT J

Original: Antibodies to human heat-shock protein 60 are associated with the presence and severity of coronary artery disease: evidence for an autoimmune component of atherogenesis

ZHU J, OUVVUMI AA, ROTT D, CSAKO G, WU H, HALEOX J, EPSTEIN SE

Aus: 1. Circulation 2001; 103: 1064-1070; 2. Circulation 2001; 103: 1071-1075

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Die eigene körperliche Aktivität wird meist überschätzt

Viele Menschen versuchen, aus gesundheitlichen Gründen mehr Bewegung in ihren Alltag einzubauen, doch können sie ihre erbrachte Leistung auch realistische einschätzen? Um diese Frage zu klären, forderten amerikanische Wissenschaftler 94 übergewichtige Personen auf, ihre täglichen Aktivitäten zu protokollieren. Die Aktivitäten sollten sowohl von der Zeitdauer, als auch von der Intensität her ("leicht", "hart" und "sehr hart") beschrieben werden. An einem Tag der Woche wurde das Ausmass der Belastung über eine Bestimmung der Herzfrequenz gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Probanden nur die Zeitdauer ihrer körperlichen Aktivität korrekt beschrieben; die Intensität wurde signifikant höher beschrieben als sie nach Auswertung der Herzfrequenzen tatsächlich war. So gaben beispielsweise 40% der Probanden an, dass sie 10 Minuten täglich eine als "leicht" eingestufte Belastung absolvierten. Nach Auswertung der Herzfrequenzen zeigte sich jedoch, dass nur 15% der Teilnehmer eine solche Belastung hatten.

DUNCAN GE, SYDEMAN SJ, PERRI MG, LIMACHER MC, MARTIN AD "Can sedentary adults accurately recall the intensity of their physical activity?" Quelle: Prev Med 2001; 33:18-26.

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KHK bei Patienten ohne Risikofaktoren- Apolipoprotein A als unabhängiger Faktor

In dieser Studie wurde erneut gezeigt, dass das Apolipoprotein A als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose zu betrachten ist. Bei einem großen Kollektiv von 1075 Probanden wurde eine Angiographie, eine Lipidanalyse und eine Befragung zu Risikofaktoren durchgeführt. Bei 54 dieser Probanden ließ sich kein Risikofaktor feststellen (d.h. sie zeigten ein Gesamt-Cholesterin von < 5,2 mmol/l, eine HDL-Konzentration von > 0,9 mmol/l, einen Blutdruck < 140 mmHg systolisch bzw. < 90 mmHg diastolisch, keinen Diabetes und keine positive Familienanamnese). Bei 29 dieser 54 Probanden lag eine angiographisch bestätigte KHK vor. In dieser Gruppe war der erhöhte Apolipoprotein-Spiegel der einzig feststellbare erhöhte Variabel, unabhängig vom HDL-Wert. Damit wurde die Bedeutung dieses Wertes, insbesondere für Individuen ohne weitere Risikofaktoren, herausgestellt.

FRANCIS MC, FRÖHLICH JJ (Originaltitel: Coronary artery disease in patients at low risk-apolipoprotein AI as an independent risk factor) Aus Atherosclerosis, 2001, 155 (1); 165-70

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Einfluss von Kraftübungen und Krafttraining auf die Anzahl von Natürlichen-Killer-Zellen bei Älteren

Um den Einfluss von Krafttraining/Kraftübungen auf das Immunsystem Älterer zu untersuchen, wurde die Veränderungen in der Anzahl der Natürlichen Killerzellen (NKZ) gemessen. Zunächst wurde festgestellt, dass die Anzahl der NKZ bei älteren Menschen (N=26) nach einer Kraftübung abnahm, während sie bei den jüngeren Probanden (N=10) zunahm. Daruafhin erhielten 16 der älteren Probanden ein achtwöchiges Krafttraining, die restlichen 10 dienten als Kontrollgruppe. Nach dem achtwöchigen Training wurde der Test wiederholt: Die Probanden, die ein Krafttraining absolviert hatten, reagierten nun auch mit einem leichten Anstieg der NKL nach einer Kraftübung. Wichtig ist dies z. B. für ältere Patienten in der Reha, die auf erstmalige Krafteinheiten mit einer Verschlechterung der Immunkompetenz reagieren könnten.

BERMON S, PHILIP P, CANDITO M, FERRARI P, DOLISI C Original: Effects on strength exercise and training on the natural killer cell counts in elderly humans. J Sports Med Phys Fitness 2001; 41: 196-202.

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Sport bei Seniorinnen

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersichtsarbeit, die sich mit den bisherigen Studien zum Thema "Seniorinnen und Sport" befasst. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dasss es zwar viele Studien gibt, die den positiven Einfluss von Ausdauer-und Krafttraining auf kardiovaskuläre Faktoren aufweisen, diese Studien jedoch in erster Linie mit Frauen im mittleren Alter bzw. älteren Frauen durchgeführt wurden. Wenig Daten gibt es bisher für den geriatrischen Bereich, bedingt durch Immobilität oder orthopädischen Problemen in dieser Altersgruppe.

GEORGE BJ, GOLDBERG N

Original: The Benefits of Exercise in Geriatric Women AJGC 2001; 10:260-263

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Antidepressive Effekt von Sport über Phenylethylamin

Britische Wissenschaftler haben erneut Hinweise darauf gefunden, dass die antidepressive Wirkung von Sport über Phenylethylamin vermittelt wird. Untersucht wurde dies an einem Kollektiv von 20 gesunden Männern, die bei 70 % ihrer maximalen Herzfrequenz gelaufen sind. Nach einer 30minüten Laufeinheit auf dem Laufband stieg der Phenylessigsäure-Spiegel (Phenylessigsäure ist ein Abbauprodukt von Phenylethylamin) um mehr als 75 % an. In früheren Studien wurde gezeigt, dass der Phenylessigsäure-Spiegel bei 60% der depressiven Patienten verringert ist.

SZABO A, BILLETT E, TURNER J Original: Phenylethylamine, a possible link to antidepressive effects of exercise? Brit J Sports Med 2001;35: 342-343.

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Übergewicht abhängig von sozioökomischen Status und BMI der Mutter

Die Daten von mehr als 6000 Männer und Frauen, die 1966 geboren sind, wurden in dieser Studie ausgewertet. Im Alter von 31 waren 40 % der Männer und 20 % der Frauen übergewichtig 8 % der Männer bzw. 9 % der Frauen sogar adipös. Insbesondere vier der untersuchten Faktoren standen in engem Zusammenhang zu dem Auftreten eines Übergewichtes/ einer Adipositas: Der BMI der Mutter, der sozioökonomische Status, ein früher Eintritt der Menarche und der BMI im Alter von 14 Jahren. Dieses Ergebnis unterstreicht wieder einmal die Notwendigkeit, Übergewicht im Kindesalter durch präventive Maßnahmen zu verhindern und in besonders gefährdeten Familien Hilfestellungen zu geben.

LAITINEN J, POWER C, JARVELIN MR

"Family social class, maternal body mass index, childhood body mass index and age at menarche as predictors of adult obesity" (Am J Clin Nutr 2001; 74: 287-294)

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Keine Potenzverminderung durch den Radsport

Viele Radfahrer wurden durch Meldungen verunsichert, in denen auf die Gefahr des Potenzverlustes durch den Fahrradsattel hingewiesen wurde. Entwarnung wurde nun nach einer an der Universität Köln durchgeführten Studie gegeben: Es zeigte sich, dass nach mehr als drei Stunden im Sattel die Skrotumtemperatur zwar deutlich anstieg (von 33,3 ° auf 36,6°), es jedoch nicht zu einer Verschlechterung von Volumen, Motilität, Konzentration und Morphologie des Spermas kam.

SOMMER F Kongress für Sportmedizin in Rothenburg an der Fulda.

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Steroide erhöhen Osteoporose-Risiko

Die inhalative Anwendung von Steroiden zählt zu den wichtigsten Therapieansätzen beim Asthma bronchiale. Eine im "New England Journal of Medicine" erschienene Studie zeigt nun, dass bei einer solchen Therapie bei hohen Dosierungen Vorsicht geboten ist. Bei mehr als 100 Frauen im Alter von 18-43 Jahre, die über einen Zeitraum von 3 Jahren eine inhalative Therapie mit dem Steroid Triamcinolonacetonid erhielten, wurde die Knochendichte gemessen. Die Gruppe mit der höchsten Dosierung des Steroids (ca. 800 mg, das entspricht 8 Inhalierzügen) wurde ein höherer Verlust an Knochendichte festgestellt, als bei den Frauen, die 4-8 Inhalierzüge erhielten. In einer Kontrollgruppe von Frauen, die keine Steroide einnahmen, war der Knochendichteverlust am geringsten. Die Konsequenz aus der Studie sei nach Meinung der Autoren kein Verzicht auf die Anwendung von Steroiden, sondern ein bewußter und vorsichter Umgang. Hohe Dosierungen sollten möglichst vermieden werden.

ISRAEL E, BANERJEE TR, FITZMAURICE GM, KOTLOV TV, LaHIVE K, LeBOFF MS "Effects of inhaled glucocorticoids on bone density in premenopostal women" Quelle: N Engl J Med 2001; 345: 941-7.

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Risikoabschätzung kardiovaskulär bedingter Mortalität

Es sind zahlreiche Risikofaktoren bekannt, deren Vorhandensein das Risiko zur Entstehung einer KHK (und damit auch die mit dieser Erkrankung verbundenen Mortalität) erhöhen. Trotzdem ist es bisher nicht möglich, einem Patienten das individuelle Risiko zu benennen, da die Wertigkeit dieser einzelnen Faktoren nicht geklärt ist. Pockock et al. haben anhand eines großen Kollektivs von mehr als 47 000 Patienten (Männer und Frauen) versucht, einen Score zu erstellen, durch den genauere prognostische Aussagen möglich gemacht werden sollen.
In diesen Score gehen die folgenden 11 Faktoren ein: Alter, Geschlecht, Größe, Serum - Kreatinin, Nikotinabusus, Diabetes, linksventrikuläre Hypertrophy, Schlaganfall oder Herzinfarkt in der Anamnese. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass anhand dieser Faktoren eine Aussage über das individuelle Risiko, an den Folgen einer kardiovaskulären Erkrankung zur versterben, gemacht werden kann.

POCOCK SJ, McCORMACK V, GUEYFFIER F, BOUTITIE F, FAGARD RH, BOISSEL JP

"A score for predicting risk of death from cardiovascular disease in adults with raised blood pressure, based on individual patient data from randomised controlled trials" (BMJ 2001; 323: 75-81)